Bezirksgruppe Hannover

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BERICHTE

Seminare mit Marianne Kohtz-Walkemeyer am 16./17.10.2009
 
Protokoll der MV vom 27.03.2008
 

Junghunde-Seminar mit Fille Exelmans am 19.08.2005

Vom Prinzip her ist Junghundetraining eigentlich eine ganz simple Angelegenheit: Man fördert die natürlich vorhandenen Anlagen, bestärkt das, was der hoffnungsvolle Youngster von sich aus richtig macht und vermeidet unerwünschtes Verhalten. Kann ja eigentlich nicht so schwer sein, oder?

Der Teufel steckt aber bekanntlich im Detail. Und so war Fille Exelmans (Trainer, Richter und Züchter der Kroonkennel-Golden aus Belgien) angetreten, uns zu vermitteln, wie man diese guten Vorsätze nun auch konkret und dem jeweiligen Gespann angepasst umsetzt. Darüber hinaus musste natürlich auch Thema sein, was man macht, wenn sich bestimmte Fehlverhalten bereits eingeschlichen haben und wieder korrigiert werden müssen.

An Filles Training gefällt, dass er ausgesprochen ruhig bleibt und sich auf jeden Hundetyp samt Führer neu einzustellen vermag, unabhängig von persönlichen Vorlieben. Er ist ein erklärter Gegner von "Patentlösungen" und Vorgehen nach "Schema F". Letztlich macht er es immer vom Individuum abhängig, wie vorzugehen ist. (Ob beispielsweise eine Korrektur angemessen ist, merkt man in erster Linie an der Reaktion des Hundes.) Trotzdem hat er natürlich präzise Vorstellungen, die er jedoch bar jeden Missionseifers lediglich als Angebote an die Führer versteht. Mich persönlich hat immer wieder sein "salomonisches Schweigen" amüsiert, wenn ein Führer mal partout nicht so wollte wie er... - das sprach wirklich Bände!

Am Seminar nahmen insgesamt 12 Golden und Labradors verschiedener Schläge zwischen 4 und 16 Monaten mit ihrem menschlichen Anhang teil. Besonders bei den Golden schien mir die Spannweite der vertretenen Typen groß. Dennoch war es für Fille kein Problem, sich auf alle individuell einzustellen. Aufgeteilt wurden die Hunde in 3 Gruppen:
- "Welpen"
- Hunde, die noch keine Freifolge beherrschten

- Hunde, bei denen das schon m.o.w. zuverlässig der Fall war.

Bei den 4 Monate alten Zwergen ging es zunächst um 2 Lernziele: Erstens sollten sie damit vertraut gemacht werden, dass man nicht gleich losstürmt, sobald die Leine abgenommen wird. Vielmehr sollte immer erst ein Kommando kommen, das abgewartet werden muss (z.B."Lauf!", "Bring!" o.ä.) oder die Leine wird einfach wieder angelegt.

Zweitens sollten sie den "kontrollierten Freilauf" kennenlernen, d.h. immer in der Nähe des Führers zu bleiben. Dazu bringt man sie, indem man jedes Mal die Richtung wechselt, sobald sie sich entfernen und sie lobt, wenn sie nachkommen. Im Idealfall sollte die Leine erst ins Spiel kommen, wenn diese Übung bereits sitzt, weil der Hund dann viel weniger zum Ziehen neigt. Entsprechend dem oben angeführten Prinzip (Bestärken von sowieso Gezeigtem) lernt der Kleine dadurch Leinenführigkeit ohne viele Einwirkungen. Das kann natürlich nur bei einem Hund klappen, der nicht schon seit Monaten wie ein Berserker an der Leine zieht. In diesem Fall kommt man um energische Korrekturen leider nicht herum, die dann auch konsequent und über einen längeren Zeitraum durchgezogen werden müssten.

Bei den älteren Hunden kamen dann auch freies Sitzenbleiben und diverse andere Übungen hinzu, die mehr Gehorsam - auch unter Ablenkung - erforderten. Es wurde deutlich, dass es extrem wichtig ist, immer auf seinen Hund zu achten, damit man sofort reagieren kann. Genauso wichtig ist es aber auch, sich für den Hund eindeutig zu verhalten und nicht womöglich verschiedene Kommandos zu geben, die sich widersprechen.

Bei jungen Hunden sollte die Arbeit in der Gruppe langsam eingeführt werden - d.h. man trainiert erst alleine, dann zu zweit und schließlich mit mehreren. Junghunde dürfen natürlich auch miteinander spielen - allerdings nicht vor dem Training, weil das der Konzentration aufs Arbeiten nicht gerade dienlich ist und eine Erwartungshaltung fördert, dass es gleich "rund gehen" muss, wenn man auf andere Hunde trifft.

Dann folgten die ersten Apporte für die Größeren, die zunächst abseits der Gruppe gearbeitet wurden. Hier gab es teils noch etwas Handlungsbedarf, z.B. weil der eine oder andere Hund nicht einsehen mochte, dass dies ein Landmark war und ins Wasser verschwand. Es zeigte sich bei dieser Gelegenheit, dass manche Hunde an Pep verlieren, wenn das Apportiertraining zu vorhersehbar und langweilig für sie wird. Hier brachte Fille Beispiele, wie man die Aufgaben abwechslungsreicher gestalten kann.

Richtig interessant wurde es dann auch bei der Wasserarbeit: Wieder ging es darum, Fehlverhalten gar nicht erst einreissen zu lassen. Ein beliebter Fehler ist es nämlich, den Hund sofort auf einen Apport zu schicken, sobald man ans Wasser kommt. Dadurch wird unruhiges Verhalten beim Warten noch gefördert, weil der Hund schon damit rechnet, gleich dranzukommen. Bei den Welpen gab es deshalb erstmal überhaupt keine Apporte, sondern nur schwimmen und spielen im Wasser bzw. zugucken, wenn die anderen arbeiten. Wenn das Apportieren aus dem Wasser grundsätzlich klappt, empfiehlt Fille, es bei jungen Hunden nicht unnötig zu wiederholen, weil es dadurch eher schlechter als besser wird.

Auch für die Größeren hieß es am Wasser erstmal warten. Im ersten Durchgang fiel zwar gleich ein Mark. Es durfte aber erst geschickt werden, wenn des Gespann einige Meter vom Ufer in die entgengesetzte Richtung gegangen war (je nach Ausbildungsstand angeleint oder nicht).

Bei dieser Gelegenheit bekam der Kurs auch mal einen typischen Fall von "Wasserfreaking" zu sehen (völlig selbstvergessenes Spielen und Planschen im Wasser ohne die geringste Neigung, in absehbarer Zeit wieder rauszukommen, das zumindest ich bisher nur aus der Literatur kannte). Das ist leider etwas, das auch der erfahrenste Trainer nicht "mal eben" in einem Tagesseminar abgewöhnen kann. Insofern konnte der Teilnehmer nur mit Tipps versorgt werden, wie man es auf längere Sicht abstellen könnte.

Beim zweiten Durchgang am Wasser kam dann einer von Filles Hunden zum Einsatz: Diejenigen der Kursteilnehmer mussten warten, bis der Labbi das erste Wassermark gebracht hatte - dann erst durften sie als zweite arbeiten. Daran mochten sich allerdings nicht immer alle halten, sodass von Fille einige Male körperlicher Einsatz gefragt war, damit der Hund nicht trotz Ungehorsam zum Erfolg kam (bei einer besonders flotten Goldendame hatte er allerdings Pech - die hatte es noch eiliger als er und sein Hund).

Zum Abschluss zeigte Fille dann, wie das weitere Steadynesstraining bei den älteren Hunden aussehen kann. Waren die Dummies zunächst immer nur hinter den Führer geworfen worden, wird - wenn ersteres wirklich sitzt - der Winkel zum Hund immer weiter verkleinert. Wichtig ist hierbei, sich zu vergegenwärtigen, dass man ab einem gewissen Punkt leider nicht mehr schneller am Dummy ist als der Hund, falls dieser doch einspringen sollte. Zu schnelles Vorgehen rächt sich dann also.

Der geneigte Leser wird es sich schon denken können: Dies war ein wirklich gelungener Seminartag von dem die Teilnehmer viele gute Anregungen für das weitere Training mitnehmen konnten... und unsere Jungspunde waren danach auch rechtschaffen müde!

Herzlichen Dank an Alle, die vor Allem Ersteres möglich gemacht haben!!!

Dr. Andrea Florschütz mit "Tailwagger's Dual Íonait"

 
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